Ladegerät bleibt auf Rot oder Grün? Was die Farben wirklich bedeuten
Ladegerät-LEDs sind einfach: meist Rot oder Orange für Laden, Grün für fertig oder Leerlauf, Blinken für einen Fehler. Eine LED, die in einem Zustand bleibt, verrät, ob das Ladegerät den Akku überhaupt sieht, und das grenzt den Fehler schnell ein.
Schnellchecks, der Reihe nach
- LED beobachten, wenn radseitig nichts angeschlossen ist. Die meisten Ladegeräte zeigen allein an der Steckdose Grün (Leerlauf); das ist normal und heißt nicht, dass der Akku voll ist.
- Akku anschließen und auf den Wechsel achten. Grün zu Rot/Orange heißt, das Laden hat begonnen. Kein Wechsel heißt, das Ladegerät sieht den Akku nicht: Steckverbindung, Temperatursperre oder ein ausgelöstes BMS.
- Akku-LEDs während des Ladens prüfen. Zeigt der Akku Aktivität und das Ladegerät bleibt grün, ist die LED-Logik des Ladegeräts falsch oder der Akku bereits voll.
- Bleibt die LED viele Stunden rot ohne Grün, notieren, wie lange eine Vollladung normalerweise dauert (3-6 Stunden bei den meisten Akkus). Ein Ladegerät, das nie fertig wird, arbeitet entweder an einem sehr großen Akku, beendet bei einer falschen Spannung, oder der Akku hat eine Gruppe, die nie voll wird.
- Blinkendes Rot oder wechselnde Farben sind ein Fehler. Alles trennen, 30 Sekunden warten, in der Reihenfolge Ladegerät-an-Steckdose zuerst, dann Ladegerät-an-Akku wieder anschließen. Manche Ladegeräte brauchen diese Reihenfolge.
- Ladegerät anfassen. Ein Ladegerät, das nach zehn Minuten an einem halbleeren Akku eiskalt ist, liefert keinen Strom.
- Aufkleber lesen: Ausgangsspannung des Ladegeräts muss zum Akku passen (42 V bei 36-V-Akkus, 54,6 V bei 48-V-Akkus). Ein Ladegerät mit falscher Spannung bleibt ewig auf der falschen LED.
Wahrscheinliche Ursachen
Bleibt grün mit angeschlossenem Akku; Akku-LEDs tun nichts.
→ Stecker ganz einstecken, Buchse reinigen, beim Laden am Rad das Kabel der Ladebuchse am Rahmen prüfen.
Bleibt grün, Akku-LEDs zeigen voll.
→ Nichts zu reparieren.
Bleibt grün in einer kalten Garage oder mit einem Akku direkt nach einer heißen Fahrt; beginnt eine Stunde später drinnen zu laden.
→ Warten und bei Raumtemperatur laden.
Bleibt grün, Akku zeigt an den eigenen LEDs nichts, Akku war lange leer oder hat einen Fehlercode.
→ Ein paar Stunden am Originalladegerät lassen; passiert nichts, Händlerdiagnose.
Über 12 Stunden rot; Akku warm; Akku-LEDs zeigen voll.
→ Stecker ziehen. Die Abschaltung des Ladegeräts versagt oder der Akku hat eine Zellgruppe, die ihre Zielspannung nie erreicht. Anderes Ladegerät probieren; bei gleichem Verhalten muss der Akku getestet werden.
Gar keine LED, oder LED, aber keine Ausgangsspannung am Multimeter, oder verbrannter Geruch. Von der Werkbank gefallen, feucht gelagert oder angenagtes Kabel.
→ Durch das Originalgerät des Herstellers ersetzen.
LED des Ladegeräts blinkt oder wechselt die Farbe; Bosch-Ladegeräte blinken bei einem Fehler, Shimano-Akkus lassen ihre LEDs blinken.
→ Trennen, warten, in der richtigen Reihenfolge wieder anschließen. Wiederholt es sich, hat Ladegerät oder Akku einen Fehler gespeichert, den der Händler auslesen kann.
Nach Antriebssystem
- Bosch: Bosch-Ladegeräte: LED dauerhaft an = Laden, LED aus = fertig oder nicht verbunden, Blinken = Fehler. Ein Bosch-Ladegerät ohne LED an einem nicht vollen Akku ist also das, worüber man sich Gedanken machen sollte; Stecker prüfen, dann die LEDs am Akku. Smart-System-Ladegeräte zeigen den Status zusätzlich in der Flow-App.
- Shimano STEPS: Shimano-Ladegeräte: LED an = Laden, LED aus = abgeschlossen. Eine blinkende LED am Ladegerät ist ein Fehler; trennen und neu verbinden. Die Akku-LEDs blinken während des Ladens und zeigen bei einem Akkufehler ein bestimmtes Muster (Anzahl laut Handbuch). Keine LED an beiden heißt keine Verbindung.
- Bafang: Typische Bafang-Kit-Ladegeräte: Rot = Laden, Grün = fertig oder Leerlauf. Grün bei halbleerem Akku heißt keine Verbindung oder BMS-Sperre. Prüfen, ob auf dem Ladegerät 54,6 V für einen 48-V-Akku bzw. 42 V für 36 V steht. Prüfen, ob der XLR- oder Hohlstecker ganz sitzt; die Kontakte nutzen sich ab.
- Yamaha PW: Yamaha-Ladegeräte haben einen Lüfter und eine LED; der Lüfter läuft während des Ladens. LED ohne Lüftergeräusch heißt Leerlauf. Yamaha-Akkus zeigen den Ladezustand an ihrer eigenen LED-Leiste; ein Blinkmuster am Akku bedeutet einen Akkufehler, den der Händler ausliest.
- Generic: Fast alle generischen Ladegeräte: Rot = Laden, Grün = fertig/Leerlauf, Blinken = Fehler. Ausgang mit dem Multimeter messen: 42,0 V oder 54,6 V heißt, das Ladegerät funktioniert und das Problem liegt am Akku oder der Verbindung; 0 V heißt totes Ladegerät. Ein generisches Ladegerät nie über Nacht bei roter LED laufen lassen; nicht alle schalten zuverlässig ab.
Verwandte Fehlercodes
Häufige Fragen
Jedes Mal sofort Grün. Ist das Ladegerät kaputt?
Wenn der Akku nicht voll ist, sieht das Ladegerät ihn nicht. Verbindung, Temperatur und die Akku-LEDs prüfen. Zeigt der Akku gar nichts, liegt es am BMS des Akkus, nicht am Ladegerät.
Zehn Stunden rot und immer noch nicht grün. Dranlassen?
Nein. Stecker ziehen. Entweder schaltet das Ladegerät nicht ab oder eine Zellgruppe wird nicht voll; beides gehört getestet. Ein Akku, der nach zehn Stunden Laden warm ist, gehört beobachtet, nicht ignoriert.
Geht ein Ladegerät mit gleichem Stecker, aber anderer Stromstärke?
Gleiche Spannung und weniger Ampere ist in Ordnung, es lädt nur langsamer. Gleiche Spannung und mehr Ampere nur, wenn das BMS des Akkus dafür ausgelegt ist (Akkuetikett prüfen). Andere Spannung: niemals.