E-Bike nach dem Winter tot? Was nach Monaten im Lager zu tun ist
Ein Rad, das im Herbst lief und im Frühjahr tot ist, hat fast immer einen Akku, der sich unter den Punkt entladen hat, an dem das System starten kann. Die Lösung ist meist Geduld am Ladegerät; der Fehler ist, den Akku nach fünf Minuten für tot zu erklären.
Schnellchecks, der Reihe nach
- Die Anzeigetaste am Akku drücken. Gar keine LEDs heißt, der Akku ist im Tiefentladeschutz; er wird das Rad erst wieder versorgen, wenn er geladen wurde.
- Den Akku vor dem Laden auf Raumtemperatur bringen; ein Akku aus dem kalten Schuppen braucht erst eine Stunde drinnen.
- Ans Originalladegerät hängen und dranlassen. Ein tiefentladener Akku zeigt eventuell 10-30 Minuten nichts, bevor das BMS aufwacht und die LEDs anfangen. Nach einer Stunde nachsehen, dann nach drei.
- Während der Akku lädt, das Rad prüfen: Reifendruck (sie werden platt sein), Displaykabel und Remote-Stecker sowie die Akkukontakte im Rahmen auf Korrosion nach einem feuchten Winter.
- Displays mit eigenem internen Akku (Bosch Kiox 300/500, Nyon) werden ebenfalls leer sein. Nach dem Laden des Hauptakkus das Display aufsetzen und das Rad eine Stunde eingeschaltet lassen.
- Sobald der Akku ein paar LEDs zeigt, einsetzen und die Einschalttaste mindestens 3 Sekunden halten. Bei manchen Displays kommt eine Firmware- oder Uhrzeitabfrage.
- Kurze Probefahrt und auf Fehlercodes achten; ein trocken gelagertes Rad zeigt oft nichts, ein feucht gelagertes wirft eventuell einen Kommunikationsfehler, bis die Stecker gereinigt sind.
Wahrscheinliche Ursachen
Mit niedrigem Ladestand eingelagert, Akku-LEDs dunkel, das Ladegerät scheint zunächst nichts zu tun.
→ Stunden laden, nicht Minuten, am Originalladegerät. Passiert nach 3-4 Stunden immer noch nichts, Händlerdiagnose; das BMS lässt sich manchmal mit dem Tool zurücksetzen.
Akku war schon im Herbst fast leer und sechs Monate dunkel. Keine LEDs nach Stunden am Ladegerät.
→ Händlertest. Liegt die Zellspannung unter dem sicheren Minimum, ist der Akku nicht mehr zu retten und darf nicht zwangsgeladen werden; er wird recycelt und ersetzt.
Hauptakku lädt normal und zeigt LEDs, aber das Display bleibt dunkel.
→ Display aufsetzen und das System eine Stunde eingeschaltet lassen.
Grüne oder weiße Ablagerungen an Akkukontakten, Ladebuchse oder Steckern; Strom kommt nur zeitweise.
→ Mit Kontaktspray und weicher Bürste reinigen, trocknen und Kontaktfett auftragen. Stark angefressene Kontakte müssen ersetzt werden.
Angenagte Kabelisolierung, Nestmaterial nahe Motor oder Controller. In Schuppen und Garagen häufiger, als man denkt.
→ Beschädigte Kabel reparieren oder ersetzen. Vor dem Einschalten jeden Kabelverlauf prüfen; ein angenagtes Kabel kann kurzschließen.
LED des Ladegeräts leuchtet nicht beim Einstecken, oder leuchtet, aber der Akku reagiert nie; das Ladegerät lag mit dem Rad im Feuchten.
→ Ein bekanntermaßen funktionierendes Ladegerät probieren, bevor der Akku abgeschrieben wird.
Nach Antriebssystem
- Bosch: Bosch-Akkus gehen unter etwa 5 Prozent in den Tiefschlaf; das Ladegerät weckt sie, aber es kann dauern, bis die LEDs leuchten. Kiox- und Nyon-Displays müssen am Rad nachgeladen werden. Wacht der Akku nach ein paar Stunden nicht auf, kann das DiagnosticTool des Händlers den Zellzustand auslesen und das BMS manchmal wiederbeleben. Bosch empfiehlt die Lagerung bei 30-60 Prozent und Nachladen alle paar Monate.
- Shimano STEPS: STEPS-Akkus haben einen Stromspar-Schlafmodus; das Ladegerät sollte sie innerhalb von Minuten wecken. Blinken die Akku-LEDs beim Ladestart ein Fehlermuster, liest der Händler den Code in E-Tube aus. Shimano empfiehlt die Lagerung bei etwa 70 Prozent und eine Kontrolle alle drei Monate.
- Bafang: Generische Akkus an Bafang-Aufbauten sind unterschiedlich; manche BMS nehmen unter einer Mindestspannung keine Ladung an und brauchen einen Reset durch Händler oder Akkuhersteller. Nicht versuchen, den Akku mit einem Labornetzteil anzuschieben. Beim nächsten Winter bei 50-60 Prozent lagern und monatlich nachladen.
- Yamaha PW: Yamaha-Akkus erholen sich gut von der Lagerung, wenn sie mit Ladung eingelagert wurden. Ein komplett dunkler Akku nach dem Winter ist meist mit einer langen Ladung zu retten; wenn nicht, meldet das Händlertool den Zustand. Yamaha empfiehlt die Lagerung bei etwa 50 Prozent und Laden alle paar Monate.
- Generic: Billige Akkus mit einfachem BMS sind nach einem leeren Winter am ehesten nicht mehr zu retten. Mehrere Stunden laden; wechselt die LED des Ladegeräts nie und der Akku zeigt nichts, testen lassen und, wenn tot, recyceln. Nächsten Winter halb geladen, drinnen lagern und einmal im Monat laden.
Verwandte Fehlercodes
Häufige Fragen
Wie lange kann ein E-Bike-Akku unbenutzt liegen?
Monate, wenn er mit Ladung eingelagert wurde. Ein Akku bei 50 Prozent in einem kühlen, trockenen Raum verliert ein paar Prozent pro Monat. Ein Akku bei 5 Prozent geht innerhalb von Wochen in den Schutzmodus und erholt sich eventuell nicht mehr.
Der Akku ist nach einer Stunde am Ladegerät aufgewacht. Ist er beschädigt?
Wahrscheinlich nicht, aber er hat Zeit nahe seiner unteren Grenze verbracht, was etwas Lebensdauer kostet. Voll laden, einen Vollzyklus fahren und weiterfahren. Nächsten Winter besser lagern.
Wie lagert man den Akku nächsten Winter richtig?
Auf 40-60 Prozent laden, aus dem Rad nehmen, drinnen zwischen 10 und 20 °C aufbewahren und alle paar Monate prüfen, nachladen, wenn er unter 30 Prozent fällt. Nicht den ganzen Winter am Ladegerät lassen.