E-Bike-Akku lädt nicht? Das vor dem Kauf eines neuen Akkus prüfen
Ein Akku, der nicht laden will, hat meist ein Ladegerät-, Stecker- oder Temperaturproblem, keinen Defekt. Zuerst Ladegerät und Temperatur testen; ein echter Akkudefekt steht ganz unten auf der Liste.
Schnellchecks, der Reihe nach
- Ladegerät in die Steckdose stecken, ohne dass die Radseite angeschlossen ist. Die LED am Ladegerät sollte leuchten (grün oder Standby). Keine LED heißt: Ladegerät oder Steckdose tot; andere Steckdose probieren.
- Akku nach drinnen holen und eine Stunde warten, wenn er draußen unter 0 °C oder über 40 °C war. Jeder hochwertige Akku verweigert das Laden außerhalb seines Temperaturfensters und zeigt währenddessen nichts an.
- Ladebuchse am Akku und Stecker am Ladegerät ansehen. Verbogene Pins, grüne Korrosion oder ein Stecker, der nicht ganz einrastet, sind nach einer Saison üblich. Mit einer trockenen Bürste reinigen, nie nass.
- Akku abgenommen vom Rad laden, wenn die Bauart es erlaubt. Lädt er abgenommen, aber nicht am Rad, liegt der Fehler in der Ladebuchse am Rahmen oder deren Kabel.
- Bei angeschlossenem Ladegerät die Taste am Akku drücken. Die LEDs sollten durchlaufen oder einen steigenden Stand zeigen. Keine Reaktion heißt: Das BMS nimmt keine Ladung an.
- Ein garantiert funktionierendes Ladegerät gleicher Marke und Spannung probieren (in der Werkstatt oder im Bekanntenkreis leihen). Ladegeräte gehen häufiger kaputt als Akkus.
- Prüfen, ob das Typenschild des Ladegeräts zum Akku passt: 36-V-Akkus brauchen 42 V Ausgangsspannung, 48-V-Akkus 54,6 V. Ein falsches oder Ersatzladegerät mit passendem Stecker, aber falscher Spannung startet den Ladevorgang nicht.
Wahrscheinliche Ursachen
Keine LED am Ladegerät in der Steckdose, oder die LED leuchtet, aber der Akku reagiert nie. Ladegeräte aus feuchten Garagen oder nach einem Sturz von der Werkbank sind Hauptverdächtige.
→ Durch das Original-Ladegerät des Herstellers ersetzen. Billige Universal-Ladegeräte können das BMS beschädigen oder werden von intelligenten Akkus wie Bosch und Shimano nicht akzeptiert.
Der Akku kommt aus der Kälte oder ist warm von der Fahrt. Ladegerät zeigt Standby, Akku zeigt nichts, und eine Stunde später funktioniert es.
→ Warten. Am besten zwischen etwa 10 und 30 °C laden. Akku niemals mit Heizung oder Föhn erwärmen.
Laden funktioniert nur, wenn der Stecker schräg gehalten wird, oder die Buchse zeigt Korrosion, Schlamm oder einen verbogenen Pin.
→ Mit trockener Bürste und Kontaktspray auf einem Wattestäbchen reinigen. Ein verbogener Pin an der rahmenseitigen Buchse ist Werkstattarbeit; das Rahmenkabel gibt es meist als Ersatzteil.
Monatelang leer gestanden. Akku zeigt nichts, Ladegerät bleibt im Standby oder springt sofort auf Grün.
→ Manche Akkus erholen sich, wenn sie einige Stunden am Original-Ladegerät bleiben. Falls nicht, kann ein Händler mit dem Diagnosetool der Marke das BMS manchmal wecken. Nicht selbst mit Fremdspannung anstoßen.
Lädt abgenommen einwandfrei, am Rad nicht. Häufig bei Rädern, bei denen das Buchsenkabel durch den Rahmen läuft und vom Akku eingeklemmt wird.
→ Kabel dort prüfen, wo es nahe der Buchse in den Rahmen geht; Ladebuchsen-Kabelbaum bei Schaden ersetzen.
Alles andere ist in Ordnung. Akku nimmt kurz Ladung an und stoppt dann, oder das Ladegerät blinkt ein Fehlermuster.
→ Diagnosetest beim Händler. Akku niemals öffnen. Ein Akku mit defektem BMS gehört ersetzt oder fachgerecht repariert.
Nach Antriebssystem
- Bosch: Bosch-Ladegeräte zeigen beim Laden eine dauerhaft leuchtende LED, im Leerlauf nichts; ein Bosch-Akku im Temperaturschutz zeigt keine LEDs. Zeigt das Display beim Laden Fehler 602 oder 620, deutet das auf das Ladegerät oder einen internen Akkufehler, den das Händlertool ausliest.
- Shimano STEPS: STEPS-Akkus blinken beim Laden mit den LEDs. Fünfmaliges Blinken oder ein rotes Muster bedeutet Fehler; Ladegerät einmal ab- und wieder anstecken. Shimano-Ladegeräte haben ein Inline-Kabel, das an der Zugentlastung bricht; bei Beobachtung der LED daran wackeln.
- Bafang: Bafang und die meisten OEM-Akkus mit 36/48 V nutzen eine einfache XLR- oder DC-Hohlstecker-Ladebuchse. Prüfen, ob die Ladegerätspannung passt (42 V für 36 V, 54,6 V für 48 V). Ein Ladegerät mit leuchtender LED und ein Akku, der nichts tut, bedeutet meist ein ausgelöstes BMS; das Ladegerät 2 Stunden dranlassen, bevor aufgegeben wird.
- Yamaha PW: Yamaha-Akkus haben eine Ladestandtaste, die auch den Ladestatus anzeigt. Bleibt die LED-Leiste am Ladegerät dunkel, prüfen, ob die Abdeckung der Ladebuchse ganz offen ist und der Stecker bis zum Klick eingesteckt ist. Yamaha-Ladegeräte haben einen Lüfter; kein Lüftergeräusch nach einer Minute heißt meist: kein Ladevorgang.
- Generic: Prüfen, ob die Ausgangsspannung auf dem Typenschild des Ladegeräts zum Akku passt (42 V, 48,5 V, 54,6 V). Ladegerät mit einem Multimeter am Stecker testen: keine Spannung heißt totes Ladegerät. Nimmt der Akku von einem passenden Ladegerät keine Ladung an, hat das BMS ausgelöst oder eine Zellgruppe ist ausgefallen; das ist Händlersache.
Verwandte Fehlercodes
Häufige Fragen
Die Ladegerät-LED wird sofort grün. Ist der Akku voll oder kaputt?
Zeigt die Akkuanzeige selbst, dass er nicht voll ist, bedeutet sofortiges Grün, dass das Ladegerät den Akku nicht sieht: schlechte Verbindung, falsches Ladegerät oder ein BMS, das Ladung verweigert. Verbindung prüfen und ein zweites Ladegerät probieren, bevor der Akku verdächtigt wird.
Kann ein Ladegerät einer anderen Marke mit gleichem Stecker verwendet werden?
Nur wenn Spannung und Steckerbelegung exakt übereinstimmen, und selbst dann verweigern intelligente Akkus (Bosch, Shimano, Yamaha, Specialized) oft die Kommunikation mit einem Fremdladegerät. Das Original kaufen; es ist billiger als ein Akku.
Der Akku war sechs Monate leer. Ist er hinüber?
Vielleicht nicht. Ans Original-Ladegerät hängen und einige Stunden warten. Passiert nichts, kann ein Händler die Zellspannung messen und manchmal das BMS zurücksetzen. Sind die Zellen zu tief gefallen, ist der Akku hinüber und gehört ins Recycling, nicht wiederbelebt.